Kommunale Kälteplanung
Kommunale Kälteplanung als Puzzle-Teil in der strategischen Energieplanung und als Bindeglied zwischen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. Wir sind Ihre Unterstützung bei der Aufstellung des Kälteplans und zeigen auf, wo Kälte zukünftig eine zentrale Aufgabe wird.
Was versteht man unter Kälteplanung?
In Folge des sich verändernden Klimas kommt es zu einer Häufung von Extremwettereignissen. Hitzeperioden belasten u.a. vulnerable Zonen, wie Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kitas. Im Rahmen der Klimafolgenanpassung wird Kälte in unterschiedlichen Sektoren eine bedeutende Rolle einnehmen.
Wir verstehen einen fundierten Kälteplan als Bindeglied zwischen Klimafolgenanpassung, Klimaschutz und strategischer Infrastruktur- bzw. Energieplanung.
Analog der kommunalen Wärmeplanung geht es in der Kälteplanung darum, den zukünftigen Energiebedarf für die Gebäudekühlung (Kältebedarf) abzuleiten und eine Strategie sowie Maßnahmen aufzuzeigen, wie diese Bedarfe klimaneutral gedeckt werden können.
Welche Ergebnisse sind durch den kommunalen Kälteplan zu erwarten?
Im Rahmen der Kälteplanung wird zunächst aufgezeigt, wo heute bereits Kältebedarfe bestehen und wie diese derzeit gedeckt werden. Darüber hinaus werden Prognosen für den Kältebedarf im Gebäudesektor aufgestellt, die sowohl demografische als auch klimatische Einflussgrößen berücksichtigen.
Auf dieser Grundlage wird abgeleitet, wo eine Kälteversorgung zukünftig besonders relevant wird. Fokusgebiete können sich bspw. im Kontext vulnerabler Zonen oder im Kontext von kombinierter Wärme- und Kälteversorgung (Kalte Nahwärme, Ad- bzw. Absorptionskälte) ergeben. Ebenso werden Gebiete herausgearbeitet, in denen eine zentrale Kälteversorgung (District Cooling) lohnenswert erscheint.
- Heutiger und zukünftiger Kältebedarf im Gebäudesektor
- Gebiete, die sich für kombinierte Wärme- und Kälteversorgung eignen
- Areale mit Eignung für Disctrict Cooling
- Fokusgebiete / Vulnerablen Zonen
- Umsetzungsstrategie mit Maßnahmen
- Zukünftige Strombedarfe durch Kälte (Stromnetzplanung)
Kälteplanung und Vulnerabilitätsanalyse
Besonders synergethisch erscheint die Verkettung von Klimaanalyse, Klimafolgenanpassung und Kälteplanung. Dies gilt vor allem dann, wenn vorgenannte Untersuchungen in Verbindung zu einer Vulnerabilitätsanalyse stehen, die besonders gefährdete Einrichtungen oder Quartiere aufzeigt. Hieraus lässt sich regelmäßig ein Handlungsdruck erkennen.
So unterstützen wir Sie bei der Kälteplanung
Hier finden Sie einen Überblick über unsere Leistungen im Bereich der kommunalen Kälteplanung.
Fördermittelbeantragung
Wir beraten Sie bereits ab der frühen Planung und unterstützen Sie gern bei der Fördermittelbeantragung.
Kommunale Kälteplanung
Wir unterstützen Sie bei Ihrer Kälteplanung, der kombinierten Wärme- und Kälteplanung und der sich daraus ergebenen strategischen Energieplanung (Sektorenkopplung / Stromnetzplanung).
Kälteplanung & Klimafolgenanpassung
Fragen und Antworten (FAQ) rund um die kommunale Kälteplanung
Wozu dient ein Kälteplan?
Der Kälteplan ist die zentrale Grundlage, wenn es darum geht, zukünftige Kältebedarfe aufgrund des veränderlichen Klimas aufzuzeigen.
Die Kälteplanung folgt ähnlichen Leitlinien und einem vergleichbaren Vorgehen, wie die kommunale Wärmeplanung.
So wird zunächst im Rahmen einer Bestandsanalyse aufgezeigt, wo heute bereits Kälte bereitgestellt wird und wie dies erfolgt.
Im Rahmen der Potenzialanalyse wird untersucht, wie sich die Kältebedarfe zukünftig entwickeln und wo sich Bereiche ergeben, in denen Kälte eine maßgebliche Rolle spielen kann. So werden u.a. Synergien zwischen Kälteplan und Wärmeplan erzeugt (kombinierte Wärme- und Kälteversorgung) als auch zwischen Kälteplan und Klimafolgenananpassung. Ziel ist es, vulnerable Zonen aufzuzeigen und Maßnahmen zum Schutz selbiger abzuleiten, bspw. durch den Aufbau einer gebäude- oder quartiersbezogenen Kälteversorgung.
Besteht eine Pflicht zur Kälteplanung?
Gemäß Entwurf zur Novellierung des Wärmeplanungsgesetz (WPG) vom 27.05.26 soll die Erarbeitung eines Kälteplans zukünftig für Kommunen > 45.000 Einwohnende verpflichtend werden.
Die Erstellung des Kälteplans soll über §21 geregelt werden, der spezielle Anforderungen an die Wärmeplanung von Kommunen mit mehr als 45.000 Einwohnen richtet.
Wie wirken Wärme- und Kälteplanung aufeinander?
Im Rahmen der kombinierten Kälte- und Wärmeplanung können sich Synergien in der strategischen Energieplanung ergeben. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise auf die gebäude- oder quartiersbezogene kombinierte Wärme- und Kälteversorgung durch bspw. kalte Nahwärme oder Ad- bzw. Absorptionskälte verwiesen.
Durch eine kombinierte Untersuchung können übergreifende Versorgungskonzepte gedacht und in die weiteren Planungsprozesse aufgenommen werden.
Zudem lässt sich Infrastrukturentwicklung umfassender planen. Hier sei beispielsweise auf die Anpassung der Stromnetze durch Wärmeanwendungen (Wärmepumpen) und Klimaanlagen oder die kombinierte Wärme- und Kälteversogung verwiesen.
Wie lange dauert die Erstellung eines Kälteplans
Die Bearbeitungsdauer hängt vor allem an der Datenbeschaffung, der Beteiligung zentraler Akteure, wie politischen Gremien (sofern erforderlich).
Die eigentliche Bearbeitungsdauer kann mit 4-5 Monaten bemessen werden, kann sich durch Beteiligungsformate und Datenbeschaffung jedoch auch länger gestalten.
Welche Daten werden für die Erstellung eines Kälteplans benötigt?
Das methodische Vorgehen der Kälteplanung hat in vielerlei Hinsicht Parallelen zur Wärmeplanung und basiert ebenfalls auf Analysen auf Gebäude- und Baublockebene. Daher ist die Datengrundlage ähnlich.
Zu den Basisdaten zählen Gebäudedaten, eine Demografische Prognose, Flächennutzungsplan und relevante Bebauungspläne. Zudem kommt dem Stromnetz eine zentrale Rolle zu. Sofern Synergien zur Wärmeplanung und Klimafolgenanpassung identifiziert werden sollen, sind entsprechende Datengrundlagen (GIS-Daten) wesentlich.
In Abhängigkeit des Projektes können weitere Datenquellen relevant werden und müssen beschafft oder durch andere Datenquellen bzw. Annahmen ersetzt werden.
Worauf sollte bei der Kälteplanung geachtet werden?
Die Kälteplanung sollte erwartbaren Handlungsbedarf im Bereich der Klimafolgenanpassung aufzeigen. Daher ist es sinnvoll Klimafolgenanpassung, Kälteplanung und Vulnerabilitätsanalyse übergreifend zu betrachten.
Des Weiteren sollte die Kälteplanung auch die Ergebnisse des Wärmeplans berücksichtigen. So können sich u.a. Chancen für kalte Nahwärme ergeben und die Entwicklung von Infrastruktur kann ganzheitlich gedacht werden. Darüber hinaus kann Abwärme aus Kälteanwendungen für Nahwärmelösungen interessant sein.
Fokusgebiete sind nicht nur in vulnerablen Zonen zu erwarten, sondern auch in Arealen mit hohem technischen Kältebedarf, z.B. Quartiere mit Rechenzentren. In diesem Umfeld können sich Möglichkeiten für District Cooling ergeben.
Was ist das Ergebnis einer guten Kälteplanung?
Der Kälteplan sollte konkrete Fokusgebiete, Handlungsdruck und Maßnahmen inkl. Zeitplanung und Verantwortlichkeit aufzeigen und dabei eine Verknüpfung zu anderen Planungspapieren (Wärmeplan, Klimafolgenanpassungskonzept) herstellen.
Die Übergabe erfolgt üblicherweise in Form eines Planungswerkes, bestehend aus Bericht, Rohdaten und digitalem Zwilling / GIS-Projekt.
Gibt es Förderung für die Erarbeitung eines Kälteplans?
Jein. Eine eigenständige, bundesweite Förderung für die Aufstellung eines Kälteplans gibt es nicht. Es gibt dennoch Optionen zu Förderung, bspw. im Rahmen von Machbarkeitsstudien oder anderen Planungsgegenständen.
Die Förderinstrumente unterscheiden sich teils erheblich zwischen den Ländern. Nehmen Sie gern frühzetig Kontakt zu uns auf. Wir unterstützen Sie im Fördermitteldschungel.
Wie funktioniert Fernkälte (District Cooling)?
Fernkälte / District Cooling ist ein Konzept analog der Fernwärme. Hier wird der Kältebedarf von Gebäuden und ggf. Anlagen durch ein zentrales Leitungssystem gedeckt. Das Kältenetz wird durch zentrale Kälteversorgung oder Kaltwasserversorgung gespeist. Ein gängiges Vorgehen ist z.B. Deep Lake Cooling, wie es beispielsweise in der kanadischen Stadt Toronto zum Einsatz kommt, oder die Kühlung durch Mehrwasser, wie in Kopenhagen genutzt.
Welche Rolle kann kalte Nahwärme spielen?
Kalte Nahwärme bietet Synergien in der kombinierten Kälte- und Wärmeversorgung und ist damit als Bindeglied zwischen Kälte- und Wärmeplan zu sehen.
Eine Realisierung im Bestand ist häufig nicht trivial. Allerdings ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, in weniger dicht besiedelten Quartieren mit erhöhtem Wärmebedarf rund um Schulen, Kitas oder Pflegeeinrichtungen.
Vor allem im Neubauquartier ist kalter Nahwärme eine zentrale Rolle für eine effiziente Wärme- und Kälteversorgung beizumessen.