BEW-Machbar­keits­studie Wärmenetz

Wir unterstützen Sie bei der Erstellung einer BEW-Machbarkeitsstudie für eine neues Wärmenetz. Je nach Bedarf begleiten wir Sie von der Erstberatung und der Fördermitteleinwerbung, über die Erstellung der Machbarkeitsstudie bis zur Umsetzung. 

Diese Kunden durften wir bereits bei BEW-Vorhaben begleiten

Wir besitzen Erfahrung in Bezug Transformationsvorhaben und Machbarkeitsstudien für Wärmenetze unterschiedlichster Größe, von 1,5 km bis > 400 km. Hier finden Sie einen Auszug unserer Referenzen im Bereich Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).

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Lohnt sich ein Wärmenetz?

Insbesondere in dichter besiedelten Quartieren von Städten erwächst aus der Wärmeplanung häufig der Bedarf nach Nah- oder Fernwärmelösungen. Doch auch im ländlichen Raum wächst das Interesse an Fernwärme, bspw. zur Einbindung von Abwärme aus Biogasanlagen oder zur effizienten Nutzung von Freiflächen-Potenzialen.

Damit Fern- oder Nahwärme tatsächlich realisiert wird, muss sie nicht nur technisch funktionieren, sondern vor allem wirtschaftlich und damit sozialverträglich sein. Die Wirtschaftlichkeit ist Vielfach der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, einen Akteur zu finden, der das Wärmenetz umsetzt. Vor allem der Investitionsbedarf stellt eine Barriere dar. Deshalb können neue Wärmenetze nicht überall entstehen, sondern werden selektiv umgesetzt. 

Die Machbarkeitsstudie soll Fehlinvestitionen vermeiden, das Investitionsrisiko abfedern und durch sequentielle Förderung zu einer sozialverträglichen Wärmewende beitragen. 

Wir unterstützen etablierte Energieversorgungsunternehmen, neue Gemeinde- oder Stadtwerke sowie (Bürger)Energiegenossenschaften auf dem Weg zum neuen Wärmenetz durch eine BEW-Machbarkeitsstudie. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und der Identifikation der optimalen Netz- und Erzeugerkonfiguration.

Ablauf der BEW-Machbarkeits­studie für Ihr Wärmenetz

Wir beginnen die Machbarkeitsstudie für ein neues Wärmenetz üblicherweise mit einem Auftaktgespräch. Dabei verschaffen wir uns einen Überblick über bisherige Entwicklungen, Planungsstände sowie die Zielsetzung und Erwartungen an die Studie.

Im Anschluss erfolgt die systematische Beschaffung und Aufbereitung aller relevanten Daten zum Ist-Stand des betrachteten Gebietes und des geplanten Netzes. Auf dieser Grundlage führen wir die IST-Analyse durch, die den Status Quo im Planungsgebiet darstellt. Die Inhalte der Ist-Analyse richten sich – wie in den darauf folgenden Phasen der Machbarkeitsstudie –  an die Inhalte des technischen Merkblatts der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), Modul 1.

An die IST-Analyse knüpft sich die Potenzialanalyse. Hier werden sowohl Potenziale zur zukünftigen Entwicklung des Wärmebedarfs (Demografie, Klima, strukturelle Entwicklung) als auch Potenziale an erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme evaluiert und räumlich verortet. Ziel ist es, eine Perspektive für die Wärmebedarfsentwicklung aufzuzeigen und diese in Verbindung zu erneuerbaren Potenzialen und Abwärme im Interessensgebiet zu setzen. 

Auf Basis dieser Ergebnisse wird die SOLL-Analyse durchgeführt. Sie beinhaltet einen Variantenvergleich verschiedener Versorgungslösungen unter Berücksichtigung der technischen Machbarkeit und einer wirtschaftlichen Bewertung in Abhängigkeit unterschiedlicher Netzausbauszenarien und der zugrundeliegenden Netzhydraulik.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Wirtschaftlichkeitslücke sowie dem Vergleich von Versorgungskonzepten unter Einbeziehung relevanter Fördermöglichkeiten und Erlösmodelle. Je nach Bedarf kann unser internes Energiesystemmodell eingesetzt werden, um das zukünftige Erzeugungsportfolio hinsichtlich Investitions- und Betriebskosten sowie Wärmegestehungskosten zu optimieren.

Abschließend wird das Zielszenario definiert und durch einen Maßnahmenkatalog mit zeitlicher Umsetzungssystematik unterlegt. Darauf aufbauend wird das erste Maßnahmenpaket untersetzt. In Abhängigkeit des Bedarfs unterstützen wir bei den nachgelagerten Leistungsphasen sowie der Fördermittelbeantragung (Modul 2/3). 

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Netz­optimierung mittels Energie­system­modell

Mit unserem Energiesystemmodell optimieren wir Wärmenetze bereits in der frühen Planungsphase. Ziel ist es, die kosteneffizienteste Variante aus Netztopologie, Erzeuger- und Speicherportfolio zu identifizieren. 

Hierfür werden unterschiedliche Versorgungsszenarien im unterjährigen Lastgang mittels Mixed-Integer-Linear-Programming (MILP) analysiert und optimiert. Unser Energiesystemmodell findet nicht nur das kosteneffizienteste  Erzeugerportfolio sondern optimiert zeitgleich die Einsatzreihenfolge. Auf diese Weise werden parallel Investitions- und operative Kosten optimiert um im Ergebnis die besten Wärmegestehungskosten abzuleiten. 

Unser Ansatz berücksichtigt dabei verschiedene Erlös- und Förderinstrumente

 

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Leistungen

Hier finden Sie einen Überblick über unsere Leistungen im Bereich der BEW-Transformationsplanung, Wärmenetz-Optimierung sowie Fernwärme-Umsetzung. 

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BEW-Machbar­keitsstudie

Die gesamte Machbarkeitsstudie von uns  – je nach Bedarf von der Ausfertigung eines Richtpreisangebotes, der Fördermittelakquise über die Ist-, Potenzial und Sollanalyse bis zur Wirtschaftlichkeits­berechnung verschiedener Versorgungsvarianten mittels Energiesystemmodell.

Potenzialstudien Erneuerbare Energien, Transformationsplanung

Potenzial­analyse

Analyse von erneuerbaren Potenzialen und / oder Abwärme in Hinblick auf die technische und wirtschaftliche Eignung zur Versorgung eines Wärmenetzes.

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Optimierung Wärmenetz mit Energie­system­modell

Wir optimieren Netztoplogie und Erzeuger- sowie Speicherportfolio mittels Energiesystemmodell, um frühzeitig Planungssicherheit zu schaffen.

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Technische und Wrtschaft­liche Beratung

Wir begleiten Sie über den gesamten Prozess und stehen Ihnen bei allen Aspekten beratend zur Seite.

Fragen und Antworten (FAQ) rund um BEW-Machbar­keits­studien

Wozu dient eine BEW-Machbar­keits­studie?

Eine BEW-Machbarkeitsstudie dient dazu, zu analysieren, ob und wie ein neues Wärmenetz unter technischen und wirtschaftlichen Aspekten errichtet werden kann, um ein bestimmtes Interessensgebiet klimaneutral mit Wärme zu versorgen.

Anhand der Studie wird festgestellt, ob und wenn ja welche Wärmenetzvarianten technisch funktionieren und sich als langfristig wirtschaftlich darstellen. Durch die detaillierte Analyse von Kosten, Potenzialen, Risiken und Umsetzungspfaden schafft die Machbarkeitsstudie Planungssicherheit und ermöglicht es Kommunen,  Versorgern sowie ggf. Energiegenossenschaften, strategisch richtige Entscheidungen für ein zukunftssicheres und förderfähiges Wärmenetz zu treffen.

Der Begriff „Machbarkeitsstudie“ steht regelmäßig in Verbindung zur Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), Modul 1. Eine BEW-Machbarkeitsstudie bezieht sich demnach auf eine Studie zur Untersuchung der Machbarkeit eines Nah- oder Fernwärmenetzes im Rahmen der BEW-Förderung und orientiert sich an den Mindestinhalten gemäß technischem Merkblatt der BEW.

Inhalte einer BEW-Machbarkeits­studie

Gemäß Bundesförderung für effiziente Wärmenetze sind an eine Machbarkeitsstudie Mindestanforderungen gestellt, die aus dem technischen Merkblatt hervorgehen.

Grundsätzlich sind folgende Inhalte zu erbringen:

  1. IST-Analyse des Untersuchungsgebietes

  2. Potenzialermittlung erneuerbarer Energien und Abwärme

  3. SOLL-Analyse des Wärmenetzes (inkl. Zielszenario und Kostenrahmen)

  4. Maßnahmenplan mit Zwischenzieljahren

Im Rahmen der IST-Analyse wird zunächst das Interessensgebiet für ein potenzielles Wärmenetz analysiert. Dabei fließen die derzeitigen Wärmebedarfe / Wärmeverbräuche sowie die bauliche Struktur und die derzeitige Versorgung ein. 

Anschließend wird im Rahmen der Potenzialanalyse eine Prognose des zukünftigen Wärmebedarfs aufgestellt. Hierbei werden unterschiedliche Einflussfaktoren, wie Klima, Demografie oder strukturelle Veränderungen berücksichtigt, um eine langfristige Wirtschaftlichkeit des Wärmenetzes abzusichern. 

Darüber hinaus werden im Rahmen der Potenzialanalyse Potenziale für Erneuerbare und Abwärme quantifiziert und verortet. Relevante Potenziale für die Versorgung des Wärmenetzes werden unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten und einer Risikobewertung vorselektiert. 

Im Anschluss wird die Sollanalyse vorgenommen. Hierbei werden verschiedene Versorgungsszenarien unter Variation von Einflussgebiet, Anschlussgrad und Erzeugerportfolio mittels Energiesystemmodell simuliert, optimiert und ausgewertet. Das Ziel besteht darin, das beste Versorgungsszenario unter den gegebenem Bedingungen abzuleiten und zu prüfen, ob ein Wärmenetz wirtschaftlich darstellbar ist. Die Minimierung der Investitions- und Betriebskosten bzw. Wärmegestehungskosten ist das zentrale Ziel.

Abschließend werden ein Maßnahmenplan abgeleitet und das erste Maßnahmenpaket untersetzt. Es folgt die Vorbereitung der Leistungsphasen 2-4 für das erste Maßnahmenpaket. 

Warum ist es sinnvoll, eine Machbarkeits­studie für ein neues Wärmentez anzufertigen?

Die Machbarkeitsstudie federt das Risiko neuer Wärmenetz ab. Vielfach geht aus der Wärmeplanung ein gesteigerter Bedarf an Wärmenetzen hervor. Jedoch erfolgt häufig nur eine gröbere Betrachtung der Wirtschaftlichkeit eines potenziellen Wärmenetzes. 

Um das Risiko der Fehlinvestition zu minimieren, bietet es es sich, das zukünftige Wärmenetz einer Tiefenprüfung zu unterziehen. Die Machbarkeitsstudie ist Ergebnisoffen. Es kann durchaus sein, dass die Machbarkeitsstudie keine technische oder wirtschaftliche Eignung indiziert, sodass potenziellen Fehlinvestitionen frühzeitig begegnet werden kann, um teure Fernwärme zu vermeiden. 

Darüber hinaus dient die Machbarkeitsstudie vor allem zur Akquise von Fördermitteln. gemäß der nachgelagerten BEW-Module 2 und 3 können die Investitionskosten für Wärmenetze durch Förderung abgefedert werden. Zudem gibt es durch Modul 4 der BEW auch die Möglichkeit zur Betriebskostenförderung für Großwärmepumpen und Solarthermie (gefördert unter Modul 2 & 3). 

Wie lange dauert die Erstellung einer Machbarkeits­studie?

Die Bearbeitungsdauer ist Abhängig von der Größe des Einzugsgebietes und der Datenlage. Eine pauschale Aussage ist daher schwierig. Als groben Richtwert können wir eine Bearbeitungszeit von etwas 6 Monaten angeben. 

Wird die Erstellung der Machbarkeits­studie gefördert?

Ja. Die Erstellung der Machbarkeitsstudie ist gemäß BEW Modul 1 förderfähig. Die Förderung beläuft sich auf 50 % der förderfähigen Kosten. Wenn Sie die Förderung beantragen wollen, kontaktieren Sie uns. Wir unterstützen Sie gern vom Richtpreisangebot für die BEW-Machbarkeitsstudie über die Fördermittelakquise bis zur fertigen Studie. 

Ist eine Machbarkeitsstudie für kalte Nahwärme denkbar?

Ja, auch für kalte Nahwärme kann eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Die BEW unterscheidet nicht zwischen klassischen (temperaturgeführten) Netzen und kalter Nahwärme, auch bekannt als Low-Ex-Netze. Kalte Nahwärme ist daher durchaus eine Zieltechnologie der BEW und steht einer Förderung nicht entgegen.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen zu den technischen Anforderungen sowie die Förderung von Transformationsplänen und Machbarkeitsstudien sind hier zu finden.