Was ist ein integriertes Quartierskonzept?
Ein integriertes Quartierskonzept dient als strategische Grundlage für die Planung einer energieeffizienten und klimafreundlichen Entwicklung eines bestehenden Stadtviertels.
Es untersucht zunächst den aktuellen energetischen Zustand, ermittelt mögliche Einsparungen und Versorgungspotenziale und erstellt anschließend ein abgestimmtes Maßnahmenpaket für Gebäude, Energieversorgung, Mobilität, Freiflächen und Anpassungen an das Klima.
Damit sollen langfristig die CO₂-Emissionen gesenkt und zugleich sowohl die städtebauliche als auch die soziale Qualität des Quartiers verbessert werden.
In 4 Schritten entsteht Ihr integriertes Quartierskonzept
Unser Vorgehen
Hybride Konzeption
Als erfahrenes Planungsbüro für integrierte Quartierskonzepte setzen wir auf ein hybrides Vorgehen bei der Konzeptentwicklung. Die Konzeption erfolgt datengetrieben, auf Grundlage unterschiedlichster digitaler Datenquellen.
Der rein digitale Ansatz wird gezielt durch Vor-Ort-Aufnahmen ergänzt, um die spezifischen räumlichen, baulichen und sozialen Rahmenbedingungen zu erfassen.
Mithilfe digitaler Werkzeuge können Analysen effizient durchgeführt sowie Ergebnisse transparent dargestellt und strukturiert dokumentiert werden. Gleichzeitig ermöglichen die Begehungen vor Ort eine praxisnahe Ergänzung der Konzeption.
Umfassende Beteiligung
Ein erfolgreiches Quartierskonzept lebt von der Mitwirkung der Menschen vor Ort. Durch frühzeitige und transparente Beteiligungsformate, wie Informationsveranstaltungen, Workshops oder Befragungen werden Anwohnerinnen und Anwohner, Eigentümer sowie lokale Akteure aktiv in den Planungsprozess eingebunden. So entstehen tragfähige Lösungen, die Akzeptanz schaffen, lokale Potenziale nutzen und die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung bilden.
Durch den Aufbau eines Aktuersnetzwerk kann das Potenzial von Multiplikatoren gezielt genutzt werden. Auf diese Weise entstehen neue Möglichkeiten für Kooperationen und Informationsaustausch, wodurch die Wirkung der einzelnen Beteiligten gesteigert und gemeinsame Ziele effektiver erreicht werden können.
Ganzheitlich in die Umsetzung
Das Quartierskonzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der energetische, städtebauliche, soziale und wirtschaftliche Aspekte integriert betrachtet. Auf dieser Grundlage werden konkrete, priorisierte Maßnahmen entwickelt, die technisch realisierbar, sozialverträglich und wirtschaftlich tragfähig umsetzbar sind.
Zusätzlich zu Themen wie Energie- und Wärmewende werden auch Aspekte wie Klimaanpassung, Mobilität und Nahversorgung berücksichtigt. Das Ergebnis ist ein städtebauliches Gesamtkonzept für das Quartier.
Dank der Anschlussförderung Sanierungsmanagement können interne oder externe Personalressourcen für die Umsetzung gefördert werden.
Leistungen
Hier finden Sie einen Überblick über unsere Leistungen im Bereich des integrierten Quartierskonzeptes sowie Sanierungsmanagement
Fördermittelbeantragung
Wir beraten Sie bereits ab der frühen Planung und unterstützen Sie gern bei der Fördermittelbeantragung.
Integriertes Quartieskonzept
Wir erarbeiten das passende Quartierskonzept, inkl. Bestands- und Potenzialanalyse, der Entwicklung des Zielszenarios und umfänglicher Beteiligung in diversen Formaten.
Sanierungsmanagement
Wir begleiten Sie gern in die Umsetzung und unterstützen Sie mit unserer Erfahrung im Sanierungsmanagement.
Umsetzung
Wir freuen uns, wenn Konzepte in die Umsetzung gehen und möchten die Welt nachhaltig gestalten. Daher begleiten wir gern die weitere Planung und unterstützen so die Umsetzung von Maßnahmen.
Beteiligung & Kommunikation
Wir verstärken Ihre Aktivitäten im Bereich Beteiligung und Kommunikation, um eine umfassende Einbindung zentraler Akteursgruppen zu fördern.
Individuelle Beratung / Strategische Begleitung
Wir begleiten Sie als strategischer Partner durch die Energiewende und stehen Ihnen fortlaufend beratend zur Seite.
Fragen und Antworten (FAQ) rund um Das Integrierte Quartierskonzept
Wozu dient ein integriertes Quartierskonzept?
Viele Kommunen stehen heute vor diversen Herausforderungen. Die Quartiersebene ist eine gute Handlungsebene, um diesen Fragestellungen zu begegnen. So stehen Quartiere heute im Zentrum zentraler Transformationsprozesse. Sie müssen an die Folgen des Klimawandels angepasst, sozial verträglich weiterentwickelt und zugleich auf eine klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung ausgerichtet werden. Die Erstellung integrierter energetischer Quartierskonzepte stellt vor diesem Hintergrund einen wirkungsvollen Ansatz dar, um diese Herausforderungen ganzheitlich zu analysieren und zielgerichtete Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen sowie Quartiere auf tiefgreifende Veränderungen vorzubereiten: den Klimawandel, steigende Wohnkosten und den Wandel hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Die Quartiersbetrachtung und die Erstellung eines integrierten energetischen Quartierskonzeptes erweisen sich als wirkungsvoller Ansatz, um diesen komplexen Aufgaben gerecht zu werden.
Statt punktuelle Lösungen zu verfolgen, verknüpft das integrierte energetische Quartierskonzept alle Maßnahmen zu einer übergeordneten Entwicklungsstrategie. Es schafft die Grundlage dafür, ökologische, technische und soziale Ziele miteinander zu verbinden und Lösungen zu entwickeln, die passgenau auf die lokalen Potenziale und Herausforderungen zugeschnitten sind.
Ziel ist es, die unterschiedlichen Handlungsfelder wie etwa Energieeffizienz, Klimaschutz, Mobilität, lokale Versorgung, Schaffung von Begegnungsorten, Bildung, Barrierefreiheit und soziale Teilhabe aufeinander abzustimmen. So entstehen ganzheitliche Konzepte, die Synergien nutzen, Effizienz steigern und durch ihren Mehrwert für alle Beteiligten eine hohe Akzeptanz finden.
Bereits während der Konzeptentwicklung steht die spätere Umsetzung im Fokus. Von Beginn an werden Bewohnerinnen und Bewohner, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie lokale Akteurinnen und Akteure aktiv in den Prozess eingebunden. Diese frühzeitige Beteiligung schafft Transparenz, Vertrauen und ein gemeinsames Zielverständnis. Sie erleichtert nicht nur die Umsetzung der Maßnahmen, sondern stärkt auch die Identifikation und Bindung der Menschen an ihr Quartier. Dies ist ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erfolg.
Welche Ziele verfolgt das KfW Programm 432?
Das Programm setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz, um Klimaschutz und Klimaanpassung im Quartier effektiv zu gestalten. Dabei stehen sowohl die Verringerung des End- und Primärenergieverbrauchs als auch der Ausbau erneuerbarer Energien im Mittelpunkt. Zudem werden die Umgestaltung der Wärmeversorgung und die Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung angestrebt. Das Quartier soll dabei als zentrale Schnittstelle zwischen kommunaler Wärmeplanung und konkreter Investition weiter gestärkt werden.
Welche Quartiere sind förderfähig?
Förderfähig sind bestehende Quartiere mit energetischem Sanierungsbedarf, z. B. innerstädtische Mischgebiete, Wohnquartiere aus den 1950er‑ bis 1970er‑Jahren oder dörflich geprägte Bestandsstrukturen. Neu geplante Quartiere sind von der Förderung ausgeschlossen.
Baulückenschließungen können im Einzelfall Bestandteil des Konzepts sein, sofern der Quartiersbestand im Mittelpunkt steht. Das Quartier muss aus mindestens zwei flächenmäßig zusammenhängende private und/oder öffentliche Gebäude inklusive der öffentlichen Infrastruktur bestehen.
Welche Bausteine muss ein Quartierskonzept enthalten?
Ein Quartierskonzept umfasst in der Regel:
- eine Bestandsaufnahme, Vor-Ort-Begehungen
- eine THG-Bilanz für das Quartier,
- eine Potenzialanalyse (Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Abwärme),
- die Entwicklung eines integrierten Maßnahmenkatalogs,
- der Maßnahmenkatalog beinhaltet wirtschaftliche Betrachtung, Fördermöglichkeiten und organisatorische Einschätzung,
- einen Umsetzungs‑ und Zeitplan,
- Vorschläge zur Akteursbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit.
Welche Rolle spielt die Akteurs und Bürgerbeteiligung?
Der Beitrag lokaler Akteure wie der Wohnungswirtschaft, Stadtwerke, Eigentümer sowie der Zivilgesellschaft ist für den Erfolg eines Quartierskonzepts von zentraler Bedeutung. Beteiligungsformate unterstützen die Akzeptanz und tragen zur erfolgreichen Umsetzung bei. Kommunikations- und Beteiligungskonzepte sind integrale Bestandteile eines hochwertigen Quartierskonzepts.
Wie lange dauert die Erstellung eines Quartierskonzepts?
Die Laufzeit wird entsprechend den spezifischen Anforderungen des Projekts festgelegt und richtet sich nach Faktoren wie Umfang, Komplexität sowie der Verfügbarkeit relevanter Daten. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer beträgt in der Regel etwa ein Jahr.
Müssen auch nicht energetische Themen berücksichtigt werden?
Ja. Das Quartierskonzept folgt einem integrierten Ansatz. Neben energetischen Fragestellungen können – sofern sie im direkten Zusammenhang stehen – auch städtebauliche, soziale, denkmalpflegerische, demografische oder klimaanpassungsbezogene Aspekte berücksichtigt werden. Die energetische Zielsetzung muss jedoch stets im Vordergrund stehen.
Welche Rolle spielt die kommunale Wärmeplanung?
Quartierskonzepte nach KfW 432 gelten als zentrale Umsetzungs- und Vertiefungsebene der kommunalen Wärmeplanung. Sie konkretisieren strategische Aussagen auf lokaler Ebene und entwickeln quartiersspezifische Lösungen, z. B. für Wärmenetze, dezentrale Versorgung oder Abwärmenutzung. Das Förderprogramm KfW 432 eignet sich vor allem für Stadtbereiche mit einem hohen Handlungsbedarf.
Wer ist antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind Kommunen sowie – über Weiterleitung – kommunale Unternehmen, Wohnungsunternehmen, Genossenschaften oder Eigentümergemeinschaften. Die Antragstellung erfolgt grundsätzlich über die Kommune. Ggf. muss die Vorsteuerabzugsberechtigung beachtet werden.
Wie hoch ist die Förderung?
Die Erstellung eines integrierten Quartierskonzepts wird mit bis zu 75 % der förderfähigen Kosten bezuschusst. Für finanzschwache Kommunen sind unter bestimmten Voraussetzungen 90 % möglich. Der verbleibende Eigenanteil kann teilweise durch Dritte getragen werden.
Können Quartierskonzept und Sanierungsmanagement getrennt beantragt werden?
Ja. Die Förderung der Konzepterstellung und die Förderung eines anschließenden Sanierungsmanagements können getrennt beantragt werden. Ein Quartierskonzept ist jedoch Voraussetzung für die Förderung des Sanierungsmanagements.
Ist ein Sanierungsmanagement zu machen, wenn ein Quartierskonzept vorliegt?
Ein Sanierungsmanagement ist nach Erstellung eines Quartierskonzepts nicht verpflichtend, wird aber meist empfohlen, um die Umsetzung zu erleichtern.
Wo sind weitere Informationen zu bekommen?
Weiterführende Informationen zum Förderprogramm KfW 432 finden Sie hier.